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22 June, 2017

Manifesto reviewed in literaturkritik.de

Detailed response to Medievalism: A Manifesto, published in literaturkritik.de:

"Darin liegt fraglos die Stärke dieses Beitrags: Einerseits hält Utz dem internationalen Kollegium den Spiegel vor, ohne sich selbst aus der Reflexion auszublenden, andererseits nimmt der unprätentiöse Blick über konstruierte Grenzen hinweg auch ein Laienpublikum ernst. Kuchenbuch sprach 2004 von einer „sublimierten Spiegelbildlichkeit von Mediävalismus und Mediävistik“, im Sinne der „Kopplung des gesellschaftlich relevanten ‚Forschungsinteresses‘ (Thema) mit der operativ angemessenen ‚Fragestellung‘ (Methode)“. David Matthews bezeichnete ‚medievalism‘ 2015 schlicht als „undiscipline“. Auch für Utz ist die „productive uncertainty“ des Zusammenspiels von Mittelalterstudien und Mediävalismus eine Kernidee – eine Unschärfe, die über alle Disziplin- und Kulturgrenzen hinweg wirkt, ohne die interessierte Öffentlichkeit einseitig zu bevormunden oder der Wissenschaft ihre Wissenschaftlichkeit zu nehmen. Nur zulassen muss man diese Unschärfe eben.

Dieses Zulassen und Einlassen zum gegenseitigen Nutzen von Fachwelt und Öffentlichkeit als Dokument persönlicher Überzeugung vorgelegt zu haben, ist Utz anzurechnen. Mag man sein Manifest als genuine Streitschrift verstehen oder als souveräne Zusammenfassung, einen weiteren Gedanken ist es fraglos wert. Denn Utz‘ Fallstudien streuen zwar räumlich und zeitlich, sein daran anknüpfendes Plädoyer lässt sich aber mühelos für das Hier und Jetzt aktualisieren. Die Stimme der deutschsprachigen Geschichtsspezialisten, die die gesellschaftliche Orientierungsfunktion ihres Tuns ja doch irgendwie stolz-schweigend voraussetzen, scheint mir angesichts der herausfordernden letzten Jahre doch meist sehr leise oder sehr verklausuliert gewesen zu sein. Utz‘ Manifest liefert nun all jenen etwas im wahrsten Sinne Handgreifliches, die auf ihre alten oder jungen Tage den Ausbruch aus erstarrten Denk- und Verhaltensmustern versuchen wollen. Bleibt zu hoffen, dass die deutschsprachige Mediävistik daran anzuknüpfen weiß."  To read the full review: CLICK HERE